Magerer Abschluss des EU-Dialogs „Lizenzen für Europa”

Mit einer abschließenden Plenarsitzung ist der von der EU-Kommission organisierte Dialog „Lizenzen für Europa“ heute beendet worden. Konkrete Ergebnisse sind in den vier Arbeitsgruppen zwischen den Interessenvertretern von Verbrauchern, Rechteinhabern, Dienstleistern und Endnutzer nur wenige erreicht worden.
„Lizenzen für Europa” wurde von der Kommission im Februar dieses Jahres ins Leben gerufen (siehe News vom 5. Februar 2013). Dabei ging es den Kommissaren Michel Barnier (Binnenmarkt und Dienstleistungen), Neelie Kroes (Digitale Agenda) und Androulla Vassiliou (Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend) darum, bis Ende 2013 von der Industrie vorgeschlagene Lösungen zur Beseitigung der praktischen Hindernisse bei der Verbreitung von Inhalten im digitalen Zeitalter zu finden.
Mit den Ergebnissen des Dialogs zeigten sich die drei EU-Kommissare bei der Abschlussveranstaltung laut zufrieden. Wie von Teilnehmern aus den Arbeitsgruppen berichtet wird, gab es aber kaum konkrete Ergebnisse.
Folgende Maßnahmen sind laut Pressemitteilung der EU-Kommission vorgesehen:

  • Eine gemeinsame Erklärung der audiovisuellen Industrie, um weiter daran zu arbeiten, Schritt für Schritt eine grenzübergreifende Übertragbarkeit von an Abonnements gebundenen audiovisuellen Diensten zu ermöglichen. Dies würde es den Verbrauchern erleichtern, legal auf Filme und TV-Programme aus ihren Heimatländern zuzugreifen, wenn sie auf Ferien- oder Geschäftsreisen im Ausland unterwegs sind.
  • Gebietsübergreifende „Mikrolizenzen auf einen Klick“, die von Plattenfirmen und Verwertungsgesellschaften für Kleinnutzer von Online-Musik angeboten werden. Dies macht es denjenigen, die Musik verwenden möchten, sehr viel leichter, diese für ihre eigenen Websites oder für an andere Websites gepostete Videos mit der Gewissheit zu nutzen, dass es legal ist.
  • Eine Vereinbarung von Filmproduzenten, Autoren und Einrichtungen zur Erhaltung und zum Schutz des Filmerbes über Grundsätze und Verfahren bei der Digitalisierung und Verbreitung von Filmerbe-Filmen. Dadurch wird gewährleistet, dass viele alte Filme, die derzeit nicht online verfügbar sind oder die andernfalls verschwinden könnten, für die Zukunft erhalten und einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.

Licences for Europe – Memo der Arbeitsergebnisse (pdf)
(Hinweis: Der eigentliche Text beginnt erst unter den FAQ)

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