US-Verlage verklagen Internet Archive wegen "Open Library"

Vier große US-Verlage haben das Internet Archive verklagt, weil es in seiner „Open Library“ unerlaubt Bücher zur Verfügung stelle.
Das Internet Archive verletzt mit seiner Online-Bibliothek „Open Library“ und seiner „National Emergency Library“ ihre Urheberrechte, meinen die großen US-Verlage Hachette Book Group, Harpercollins, John Wiley & Sons und Penguin Random House. Das Internet Archive verletze vorsätzlich ihr Copyright, indem es Bücher scannt, die Digitalisate auf seine Server hochlade und auf einer öffentlich zugänglichen Website anbiete, ohne Autoren oder Verlage dafür zu bezahlen, heißt es in ihrer Klageschrift vor einem US-Bundesbezirksgericht im Süddistrikt von New York.
Begründet mit den Einschränkungen infolge der Coronavirus-Pandemie hatte das Internet Archive Ende März seine vorher schon kritisierte Online-Bibliothek mit rund 1,5 Millionen Werken als „National Emergency Library“ beträchtlich aufgestockt. Alle Bücher werden dort für jedermann zum Download bereitgestellt. Die Verlage verlangen die Schließung der Online-Bibliothek und Schadensersatz in noch nicht bezifferter Höhe.
Nach der Öffnung der „National Emergency Library“ hatten bereits die US-amerikanische Autorenverbände Authors Guild und National Writers Union (NWU) protestiert (siehe News vom 21. April 2020). Das Internet Archive nutze die Pandemie als Vorwand, um das Urheberrecht zu verletzen und schade dabei Autoren, von denen viele aktuell ohnehin ums Überleben kämpften.

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