EU-Kommission: 1000 Musiker beschweren sich über YouTube

Mehr als 1000 Musiker aus 28 Nationen – darunter Stars wie Coldplay, Lady Gaga oder Ed Sheeran – haben sich bei der EU-Kommission beschwert, dass Dienste wie YouTube mit ihren breiten Gratis-Angeboten auf unfaire Weise Musik entwerten.
In einem Brief fordern die Künstler Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und die EU-Kommissare wie Andrus Ansip, Günther Oettinger oder Margrethe Vestager. auf, „jetzt zu handeln”, um gleiche Rahmenbedingungen für Künstler und Rechteinhaber zu sichern. Aus Deutschland sind unter anderem Udo Lindenberg, Adel Tawil und Bosse dabei, berichtet die MusikWoche.
Videoplattform wie YouTube und andere Dienste, auf denen User Inhalte hochladen („User Upload Services”) würden unberechtigterweise Werte abschöpfen, die eigentlich den Künstlern, Autoren und Rechteinhabern zustehen würden: „Diese Situation schadet nicht nur den heutigen Künstlern und Songschreibern. Sie bedroht zugleich die nächste Generation der Kreativschaffenden in ihrer ganzen Vielfalt.”
Grund dafür sei, dass diese Dienste althergebrachte Haftungsausschlussregeln zu ihren Gunsten missbrauchten. Angesichts der anstehenden Diskussionen um eine Reform des Urheberrechts auf europäischer Ebene sehen die Musiker nun eine Gelegenheit, diese Marktstörung zu beseitigen und das Haftungsprivileg auf ein angemessenes Maß zurechtzustutzen: „Wir fordern Sie dringend dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, die faire Spielregeln für Künstler und Rechteinhaber sicherstellen. Denn wenn Ihnen das gelingt, stellen Sie zugleich die Zukunft der Musik für kommende Generationen sicher”, heißt es in dem Brief
Koordiniert wurde die europäische Unterschriftenaktion durch den Londoner IFPI-Dachverband und seine nationalen Ableger wie den Bundesverband Musikindustrie (BVMI) sowie durch die Impala-Dachorganisation der europäischen Indieverbände wie dem deutschen Verband unabhängiger Musikunternehmen (VUT), schreibt die MusikWoche.
In gleicher Angelegenheit hatten sich vor wenigen Tagen bereits mehr als 50 Europaabgeordnete an Kommissionspräsident Juncker gewandt (siehe News vom 24. Juni 2016).

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