Weltweit größter Streamripping-Dienst wurde abgeschaltet

Nach einer Klage von Tonträgerunternehmen in den USA hat der Betreiber des weltweit größter Streamripping-Dienstes Youtube-mp3.org die illegale Plattform eingestellt. die Website ist jetzt offline.
Das gaben die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI), der Dachverband des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), und dessen Schwesterverbände in den USA und UK, RIAA und BPI, am 7. September 2017 bekannt. Die in Deutschland ansässige Website, die weltweit über 60 Millionen Nutzer im Monat zählte, davon rund eine Million in Deutschland, hat den Dienst weltweit abgeschaltet und sich verpflichtet, die Rechte von Künstlern und Tonträgerherstellern in Zukunft nicht weiter zu verletzen, teilte der BVMI mit.
„Dass YouTube-mp3 offline gehen musste, ist ein wichtiges Signal für den Umgang mit der Lizenzierung von Musik im digitalen Raum. Vergleichbare Angebote im Netz werden ihr ‚Geschäftsmodell’ vor diesem Hintergrund noch einmal eingehend hinterfragen müssen“, erklärte BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke. Streamripping, bei dem zum Beispiel im Netz als Stream abrufbare Musikvideos, extrahiert und in eine herunterladbare Datei umgewandelt werden, sei die derzeit weltweit häufigste Form, Urheberrechte im digitalen Raum zu verletzen. Während die Künstler kein Geld für die millionenfache Nutzung ihrer Werke bekämen, könnten die Dienste hohe Einnahmen durch Werbegelder generieren, so YouTube-mp3.org Schätzungen zufolge mehrere hunderttausend Dollar monatlich.
Die Musikkonzerne und Labels UMG Recordings, Capitol Records, Warner Bros., Sony Music, Arista Records, Atlantic Records und andere hatten eine Klage beim California District Court gegen den deutschen Betreiber Philip Matesanz und seine Firma PMD Technologies UG eingereicht. Vor einigen Tagen hatten die Parteien eine gerichtliche Einigung (Download) erreicht, in der sich Matesanz verpflichtet hatte, den illegalen Dienst einzustellen und eine nicht genannte Zahlung an die Musikindustrie zu leisten, hatte heise online berichtet.

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