Territorialität: Filmemacher richten Appell an die EU

In einem Appell vom Filmfestival in Cannes fordern Filmemacher aus ganz Europa die Wahrung der Territorialität der Rechte im Rahmen der Reform des EU-Urheberrechts. Außerdem treten sie für „ein unveräußerliches Recht auf Vergütung“ ein, wenn ihre Werke auf Online-Plattformen genutzt werden.
„Mehr denn je kommt es auf die Wahrung der Territorialität der Rechte an: Sie strukturiert und garantiert das hohe Niveau der Finanzierung für Werke in Europa, besonders bei den anfälligsten Filmkünsten und bei europäischen Koproduktionen“, heißt es in dem „Appell der europäischen Filmemacher für eine zukunftssichere Digitalpolitik“, den der Verband der Drehbuchautoren auf Deutsch veröffentlicht hat. „Dieses Prinzip muss gesichert werden, um die Exklusivität der Rechte und so die Grundlage der Finanzierung der Werke zu gewährleisten. Denn genau diese Territorialität ermöglicht den Zuschauern den Zugang zu den unterschiedlichsten, europaweit finanzierten Werken.“
Die Europäische Union müsse „allen Filmemachern auf ihrem Staatsgebiet denselben Schutz zukommen lassen und ihnen ein unveräußerliches Recht auf Vergütung zugestehen, wenn ihre Werke auf Online-Plattformen genutzt werden“, heißt es weiter.
Darüber hinaus müsse die EU „die Transparenz und erfolgsabhängige Vergütung der Urheber“ fördern.
Die Forderungen der Filmemacher in dem Appell, den aus dem deutschsprachigen Raum Fatih Akin, Michael Haneke, Wim Wenders, Volker Schlöndorff sowie Fred Breinersdorfer und Jochen Greve, beide engagiert in VDD, unterzeichnet haben, bezieht sich auf verschiedene Regelungen im Rahmen eines EU-Maßnahmenpakets für das EU-Urheberrecht („Copyright Package“), das die Europäische Kommission im Mai 2016 vorgelegt hat (siehe News vom 25. Mai 2016). Während die Transparenz-Regelung in der Richtlinie für das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt selbst aufgegriffen wird, geht es im Verordnungsentwurf der EU-Kommission über Online-Dienste zur Fernseh- und Radioübertragung (Internet-TV) auch um das Territorialitätsprinzip (siehe News vom 2. September 2016).
Die von den Filmemachern ebenfalls geforderte „Mindestpräsenz und -förderung der europäischen Werke auf den On-Demand-Diensten“ ist Teil der Reform der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste. Für AVMD-Richtlinie hatte das Europäische Parlament kürzlich dem Kulturausschuss das Verhandlungsmandat mit dem EU-Rat und der EU-Kommission übertragen (siehe News vom 18. Mai 2017).

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