VG Wort beschließt Ausschüttung und Verteilungspläne

Die Mitgliederversammlung der Verwertungsgesellschaft Wort hat am 20. Mai 2017 einen neuen Verteilungsplan beschlossen, außerdem Übergangsregelungen für die Hauptausschüttung 2017.
Nach den neuen Verteilungsplänen stehe den Autorinnen und Autoren 100 Prozent aus den gesetzlichen Vergütungsansprüchen zu. Auf einen Teil davon können sie aber freiwillig zugunsten der Verlage verzichten. Der neue Verteilungsplan setzt die gesetzlichen Vorgaben des 2016 in Kraft getretenen Verwertungsgesellschaftengesetzes (VGG) um, was in der außerordentlichen Mitgliederversammlung im November 2016 noch scheiterte (siehe News vom 28. November 2016), außerdem die am 24. Dezember in Kraft getretenen Regelungen zur Verlegerbeteiligung.
Nach dem Übergangsverteilungsplan wird die VG Wort den Autorinnen und Autoren bei der Hauptausschüttung 2017 für 2016 im Juni eine Abschlagszahlung auf Grundlage der alten Quoten auszahlen. Danach können sie bis zum 30. September 2017 in einem freiwilligen, anonymen Verfahren für jedes erschienene Werk gegenüber der VG Wort erklären, ob ihr jeweiliger Verlag beteiligt werden soll. Erfolgt keine Zustimmungserklärung, erhalten die Urheber möglichst noch in diesem Jahr den bei der Abschlagszahlung im Juni einbehaltenen Anteil sowie alle den Rest nach neuen Quoten.
Wenn Autoren der Verlegerbeteiligung zustimmen, erhält der Verlag seinen Anteil auf der Grundlage der im neuen Verteilungsplan festgelegten Quoten. Diese wurden in mehreren Bereichen (z.B. für wissenschaftliche Fachzeitschriften) zugunsten der Urheberseite verändert. Immerhin mehr als 26000 Autorinnen und Autoren erklärten gegenüber der VG Wort ihren freiwilligen Verzicht auf Nachausschüttungen für die Jahre 2012 bis 2016 zugunsten ihrer Verlage – darunter allerdings kaum jemand aus dem Pressebereich.
Mit dem Beschluss des Verteilungsplans, dem alle sechs Berufsgruppen mit großer Mehrheit zustimmten, wird eine mehr als einjährige Auseinandersetzung um die Zukunft der VG Wort positiv beendet. „Mit den neuen Verteilungsplanregelungen wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass die VG Wort die gemeinsame – sehr erfolgreiche – Rechtewahrnehmung für Urheber und Verlage fortsetzen kann“, erklärten die beiden geschäftsführenden Vorstände Robert Staats und Rainer Just nach der Sitzung in einer Pressemitteilung. „Ein wichtiger Schritt in die Zukunft ist gelungen.“

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