Freelens klagt gegen neue Google-Bildersuche

Der Fotografenverband Freelens reicht beim Landgericht Hamburg Klage gegen Google wegen der neuen Google-Bildersuche ein.
Google hatte seine überarbeitete Bildersuche Anfang Februar in Deutschland freigeschaltet. Massive Kritik gegen die neue Google-Bildersuche hatten neun Verbände aus dem Bildbereich geübt (siehe News vom 1. März 2017). Sie verletze die Interessen und Rechten von Fotografen, Bildagenturen, Illustratoren und Grafikern.
Die neue Google-Bildersuche zeigt die jeweiligen Aufnahmen in einer Großansicht, ohne auf die das Foto enthaltende Website weiterzuleiten. „Die Aufnahmen des Fotografen werden nicht mehr vorrangig zum Auffinden der Quelle und des Urhebers, sondern ohne seine Genehmigung zur Veröffentlichung und Präsentation im Internet genutzt”, heißt es in einer Freelens-Pressemitteilung. „Dies widerspricht der Schutzfunktion des deutschen Urheberrechts und der dazu ergangenen aktuellen Rechtsprechung. Es ist daher davon auszugehen, dass diese Art der Fotonutzung durch Google von den zuständigen Gerichten untersagt werden wird”, erklärte Freelens-Justitiar Dirk Feldmann.
Neben dieser Rechtsverletzung missachte Google auch massiv die Autorenrechte, weil die Bildersuche die Fotos aus ihrem Sinnzusammenhang löse. Durch die Vorgehensweise von Google müssen Besucher gar nicht mehr auf die Ursprungsseite des Fotografen wechseln. Sie können alle Fotos ausschließlich auf der Google Oberfläche betrachten, in großer Auflösung herunterladen und in den sozialen Netzwerken teilen. „Es ist erschreckend, mit welcher Dreistigkeit Google die Fotografen zu reinen Content-Lieferanten degradiert. Das Geschäftsmodell von Google besteht aus der Missachtung elementarster Autorenrechte – dem muss Einhalt geboten werden”, sagte dazu Freelens-Vorsitzender Roland Geisheimer.

Kategorie: